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Förderungen durch das Allgemeine und Spezielle Bildungskonto des Landes OÖ

Förderungen durch das Allgemeine und Spezielle Bildungskonto des Landes OÖ

Folgende Themen werden in diesem Kapitel behandelt:

Wer wird gefördert?

Gefördert werden oberösterreichische ArbeitnehmerInnen, das heißt, in einem Arbeitsverhältnis stehende bzw. Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe beziehende Personen

Der Status als WiedereinsteigerIn geht durch eine zwischenzeitliche Beschäftigung in der Dauer von max. 6 Monaten (durchgehend oder in Etappen) oder durch eine Beschäftigung mit Entgelt bis zur Geringfügigkeitsgrenze, nicht verloren.


Vorraussetzung für die Förderung?

Um die Vorraussetzungen für die Förderung bestimmen zu können, ist zunächst eine Unterscheidung zu treffen zwischen dem 

Ø   „Allgemeinen Bildungskonto“

 

und dem

 

Ø   „Speziellen Bildungskonto“

 

1)      Folgende Vorraussetzungen sind für die Anerkennung von Kosten einer Bildungsmaßnahme im Rahmen das „Allgemeinen Bildungskontos“ zu erfüllen:

 

 

 

 

2)      Folgende Vorraussetzungen sind für die Anerkennung von Kosten einer Bildungsmaßnahme im Rahmen das „Speziellen Bildungskontos“ zu erfüllen:

 

·        Die Bildungsmaßnahme schließt mit einem Abschlusszeugnis bzw. einer Abschlussprüfung ab wie zB Werkmeister, Fachakademien, Industriemeister, Studienberichtigungsprüfungen usw.) oder

 

·        dient der Vorbereitung auf eine spezielle Berufsausbildungsprüfung (Meister-, Befähigungs- oder Unternehmerprüfung, Bilanzbuchhalterprüfung, Ausbilderprüfung u.ä)

 

·        Der/Die FörderungswerberIn erwirbt ein positives Abschlusszeugnis oder legt die spezielle Berufsausbildungsprüfung erfolgreich ab.

 

·        Die Bildungsmaßnahme muss, wie in Punkt 1) beim „Allgemeinen Bildungskonto“ angeführt, in den entsprechenden Bildungseinrichtungen absolviert werden.

 

Bei Vorliegen besonderer Umstände, etwa in Fällen unzumutbarer sozialer Härte, kann ausnahmsweise ohne Bindung an die sonst gültigen Richtlinien eine Förderung gegeben werden.

 

Was wird gefördert?

Beim „Allgemeinen Bildungskonto“ bildet der Gegenstand der Förderung nur die Kurskosten (Teilnehmerbeiträge) für Bildungsmaßnahmen.

 

Das „Spezielle Bildungskonto“ fördert entweder die Kurskosten bzw. Schulkosten – nicht jedoch Studienbeiträge – oder die Kosten für Fachbücher, Instrumente, Material.

 

Fallen im Zusammenhang mit einer Bildungsmaßnahme unbedingt erforderliche Unterkunftskosten (Übernachtung und Frühstück gemäß Wifi-Tarif d.s. Basis € 35,00) an,

so können diese zusätzlich  zu den oben genannten Kosten gefördert werden.

 

Eine unbedingt erforderliche Unterkunft liegt vor, wenn zB. der Kurs um 22.00 Uhr endet und der Förderungswerber noch über 100 km Heimreise hätte.

 

Über die angefallenen Nächtigungskosten mit Frühstück ist eine ordnungsgemäße Rechnung bei der Förderstelle vorzulegen.

 

Die Prüfungsgebühren und Fahrtkosten sind nicht förderbar.



Höhe der Förderung?

Die Höhe der Förderung ist in erster Linie abhängig vom Alter des Förderungswerbers. Nebenbei ist auch die schulische Qualifikation maßgeblich dafür.     

50 % Förderung für unter 40-Jährige:

 

Die Förderungshöhe für Bildungsmaßnahmen im Rahmen des „Allgemeinen Bildungskonto“ beträgt 50 % der dem Förderungswerber persönlich erwachsenen Kurskosten, bis zum Förderungshöchstbetrag von € 730,00. Dieser Förderungshöchstbetrag kann in mehreren Teilbeträgen oder auf einmal bis zum 31. Dezember 2009 angesprochen werden.

 

Bei Bildungsmaßnahmen im Rahmen des „Speziellen Bildungskontos“  beträgt die Förderung 50 % der vom Förderungswerber persönlich getragenen Ausgaben bis zum Förderungshöchstbetrag von € 1.460,00.

 

Wie beim Allgemeinen Bildungskonto kann auch hier der Förderungshöchstbetrag in mehreren Teilbeträgen oder auf einmal mit Befristung 31. Dezember 2009 ausbezahlt werden.

 

Für den Besuch eines Fachhochschul-Vorbereitungs-Lehrganges beträgt der Förderungsbetrag pro Semester € 550,00, das sind max. € 1.100,00.

 

Die Förderung von Unterkunftskosten beträgt 50 % der vom Förderungswerber persönlich getragenen Ausgaben bis zum Höchstbetrag von € 3.300,00. Dieser Unterkunftsbeitrag kann wiederum in mehreren Teilbeträgen oder auf einmal bis zum 31. Dezember 2009 beansprucht werden.

 

 

 

80 % Förderung für über 40-Jährige:

 

Für diesen Personenkreis beträgt die Förderhöhe 80 % der ihnen anfallenden Kurskosten.

 

Der Förderungshöchstbetrag beträgt beim „Allgemeinen Bildungskonto“  € 1.100,00 und beim „Speziellen Bildungskonto“ € 1.830,00.

 

Bezüglich der Förderung der Unterkunftskosten gelten die gleichen Bestimmungen wie oben angeführt.


Zusammenfassung der einzelnen Förderungsbeiträge in tabellarischer Form:



FörderungsartFörderungswerberFörderungshöheFörderungshöchstbetrag
Allgemeines Bildungskontoa) Österr. ArbeitnehmerIn unter 40 Jahren:

• mit Höchstabschluss Matura (BHS, AHS),

• geringfügige Beschäftigte

• Wiedereinsteiger, Kindergeldbezieher, Personen in Karenz

• KrankenpflegeschülerInnen
50 % der Kurskosten€ 730,00
Allgemeines Bildungskontob) Österr. ArbeitnehmerIn über 40 Jahren:

• ohne Rücksicht d. schulischen Letztqualifikation, außer Akademiker Einkommen beschränkt auf netto € 1.400,00 monatlich

• Personen ohne Ausbildung

• sowie Vorgenannte unter Pkt. a)
80 % der Kurskosten€ 1.100,00
Spezielles Bildungskontoa) Österr. ArbeitnehmerIn unter 40 Jahren:

• mit Höchstabschluss Matura (BHS, AHS)

• geringfügige Beschäftigte

• Wiedereinsteiger, KindergeldbezieherIn, Personen in Karenz

• KrankenpflegeschülerInnen
50 % der Kurskosten oder Kosten f. Fach-bücher, Material... € 1.460,00
Spezielles Bildungskontob) Österr. ArbeitnehmerIn über 40 Jahren:

• ohne Rücksicht d. schulischen Letztqualifikation, außer Akademiker Einkommen beschränkt auf netto € 1.400,00 monatlich

• Personen ohne Ausbildung

• sowie Vorgenannte unter Pkt. a)
80 % der Kurskosten, oder Kosten f. Fach- bücher, Material...€ 1.830,00
Zusätzlich zum Speziellen Bildungskonto: Förderung Unterkunft mit Frühstückwie in Punkt a) und b) angeführt50 % der Ausgaben (max. € 17,50/Tag)€ 3.300,00 für 3 Jahre (pro Jahr max. € 1.100,00)
Fachhochschul-Vorbereitungwie in Punkt a) und b) angeführtpro Semester € 550,00€ 1.100,00

Wichtig:

 

Der max. Förderbetrag (Summe aller Kurse der Förderperiode 01.07.2004 bis 31.12.2009) beträgt bei den

 
§     unter 40jährigen bei Kursen ohne Abschlussprüfung €  730,00

                            bei Kursen mit Abschlussprüfung  € 1.460,00

§     über 40jährigen bei Kursen ohne Abschlussprüfung € 1.100,00

  bei Kursen mit Abschlussprüfung   € 1.830,00

 

Beispiel:

 

Herr Muster, Unternehmer, 33 Jahre alt, Betriebssitz in Oberösterreich,

besucht im Laufe der Förderperiode folgende Kurse:

 

Buchhalterkurs (2005):                                       Kurskosten:      €   1.200,00

                                                                        Prüfungsgebühr:   €   398,00

 

Bilanzbuchhalterkurs (2006):                               Kurskosten:        € 1.970,00

                                                                        Prüfungskosten:     550,00

 

In welcher Höhe kann der Unternehmer sich nun im Rahmen des Bildungskontos fördern lassen?

 

Lösung:

 

Der Förderbetrag bei unter 40jährigen Personen beträgt 50 % der Ausgaben, jedoch höchstens € 730,00 bei Kursen ohne und € 1.460,00 bei Kursen mit Abschlussprüfung.

 

Herr Muster beantragt für den Buchhalterkurs das allgemeine Bildungskonto und kann sich bei positiver Erledigung 50 % von € 1.200,00 d.s. € 600,00 fördern lassen.

 

Für den anschließenden Bilanzbuchhalterkurs kann Herr Muster das spezielle Bildungskonto beanspruchen, da es sich hier um eine spezielle Vorbereitung einer Berufsausbildung handelt.

Förderbar sind in diesem Fall 50 % von € 1.970,00 d.s. € 985,00.

 

Das Herr Muster aber schon € 600,00 für den Buchhalterkurs bekommt, gelangen für den Bilanzbuchhalterkurs „nur“ noch € 860,00 zur Auszahlung, um den max. Förderbeitrag von € 1.460,00 nicht zu überschreiten.

 

Die Prüfungskosten können hier nicht gefördert werden!

 



Wie erfolgt die Antragstellung und Abwicklung?

Anträge für das Bildungskonto können mittels des dafür vorgesehenen Formulars (Download unter www.land-oberoesterreich.gv.at – Rubrik Förderungen/Bildung u. Forschung) beim

 

Amt der OÖ Landesregierung

Abteilung Gewerbe

Bahnhofplatz 1

4021 Linz

 

eingebracht werden.

 

Die dem Antrag jeweils anzuschließenden Unterlagen sind im Antragsformular angeführt.

 

Weiters hat hier der/die FörderungswerberIn durch Unterschrift zu erklären, dass es sich um Ein-Personen Unternehmen handelt und er/sie einverstanden mit der/die behördliche Überprüfung seiner/Ihrer Angaben ist.

 

Die Förderungsanträge sind spätestens drei Monate nach Abschluss der Bildungsmaßnahme bzw. nach erfolgreicher Ablegung der Prüfung einzubringen.

 

Die gewährten Förderungsmittel sind zur Gänze rückzuerstatten, wenn der Förderungswerber den Förderungsbeitrag widmungswidrig verwendet. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn er/sie die Förderung auf Grund wissentlich unrichtiger, unvollständiger oder wahrheitswidriger Angaben erlangt hat.

 
Geltungsdauer der Förderung?

Das Bildungskonto des Landes Oberösterreich besteht seit dem 01. Juli 2004 und ist mit dem 31. Dezember 2009 befristet. Ab diesem Zeitpunkt können keine Anträge mehr eingebracht werden.

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