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Fortzahlungsansprüche bei Arbeitsunfällen

Fortzahlungsansprüche bei Arbeitsunfällen

Im Falle der Arbeitsverhinderung durch Arbeitsunfall oder Berufskrankheit gebührt die volle Lehrlingsentschädigung (ohne Rücksicht auf andere Zeiten einer Arbeitsverhinderung) bis zur Dauer von 8 Wochen und das oben beschriebene Teilentgelt bis zur Dauer von weiteren 4 Wochen (§ 17a Abs 4 BAG). Auch für Kuraufenthalte, die nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit bewilligt oder angeordnet werden, richtet sich der Anspruch des Lehrlings nach dieser Gesetzesbestimmung. Der Entgeltfortzahlungsanspruch ist auch dann nicht ausgeschlossen, wenn der Lehrling die Arbeitsverhinderung vorsätzlich oder durch grobe Fahrlässigkeit herbeigeführt hat. Erkrankt der Lehrling im ursächlichen Zusammenhang mit dem Arbeitsunfall innerhalb desselben Lehrjahres neuerlich (Folgeerkrankungen), gebührt ihm wieder eine Entgeltfortzahlung von 8 Wochen voller Lehrlingsentschädigung und 4 Wochen Teilentgelt in Höhe des Unterschiedsbetrages zwischen der Lehrlingsentschädigung und dem Krankengeld der GKK. Dies auch dann, wenn der Entgeltfortzahlungsanspruch bereits ausgeschöpft war. Folgeerkrankungen sind bei Lehrlingen daher als "selbständiger Arbeitsunfall" anzusehen. Dies stellt eine Besserstellung der Lehrlinge gegenüber Arbeitern dar: Ein Arbeiter hat bei wiederholten Dienstverhinderungen, die im unmittelbaren, ursächlichen Zusammenhang mit einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit stehen, nur insoweit Anspruch auf Fortzahlung des Entgelts innerhalb eines Arbeitsjahres, als die Anspruchsdauer von 8 bzw. 10 Wochen (je nach Dauer des Dienstverhältnisses) noch nicht erschöpft ist. Diese wesentliche Besserstellung der Lehrlinge gegenüber dem Entgeltfortzahlungsanspruch nach dem EFZG wird damit begründet, dass Lehrlinge erst am Beginn ihrer Berufslehrbahn stehen und bei ihnen vor allem wegen der geringeren Lebens- und Berufserfahrung und des "jugendlichen Leichtsinns" die Gefahr eines Arbeitsunfalls besonders groß ist. Im Falle der Dienstverhinderung durch Arbeitsunfall gebühren dem Lehrling die volle Lehrlingsentschädigung und das Teilentgelt aber nicht unbegrenzt, sondern jeweils nur bis zur Dauer von 8 bzw. weiteren 4 Wochen.

 

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